Der Brennstoff …

… der Erinnerung

Der japanische Autor Haruki Murakami fragte sich, ob die Erinnerung für uns Menschen nicht der Kraftstoff ist, von dem wir leben? Ob diese Erinnerungen wirklich wichtig sind oder nicht, für das Weiterleben seien sie nicht von Bedeutung. Sie sind Brennstoff.

Beim heutigen Explorieren, Arrangieren und Origamieren von unveröffentlichten Schriftstücken inspirierten mich asiatische Schriftfragmente. Ich erinnerte mich an eine somatisch erfahrbare Murakami-Lesung – damals im fast lichtlosen Hamburger Nachtasyl. Ich fragte mich:

  • Was bewegt Niedergeschriebenes in uns?
  • Welche Strahlkraft haben Worte?
  • Wie enthüllt Literatur in der Dunkelheit?
  • Und wie verhüllt sie in der Helligkeit?

Was wäre die Welt ohne das niedergeschriebene Wort? Wir brauchen diese Projektionsfläche, Oberfläche … ein Nachtrag:

Manchmal denke ich, das Herz eines Menschen ist wie ein tiefer Brunnen. Niemand weiß, was auf seinem Grund ist. Man kann es sich nur anhand der Dinge vorstellen, die bisweilen an die Oberfläche treiben. (Haruki Murakami)